Glückspieloasen der Welt Teil 3, Macao

Macao, portugiesisch „Macau“ geschrieben, das ist eine Glückspieloase der Superlative. In dieser chinesischen Inselstadt mit dem speziellen portugiesischem Flair ist das Glücksspiel in den letzten Jahren geradezu explodiert: Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet von einem 42-prozentigen Einamenwachstum in nur einem Jahr. So ist es auch kein Wunder, dass das Wirtschaftswachstum Macaos sogar das Wachstum der Volksrepublik China übertrifft.

Macao – ein Zwerg, der ein Riese ist
Dabei ist Macao nicht einmal besonders groß. Mit seinen circa 500.000 Einwohnern ist es gerade einmal mit Hannover vergleichbar. Für eine chinesische Großstadt ist das gar nichts: Chinas größte Stadt ist laut FAZ das mit 32 Millionen Einwohnern gewaltige Chongqing. Trotzdem ist die Bedeutung des kleinen Macao nicht zu unterschätzen. Einige vergleichen Macao sogar mit Las Vegas. Nicht umsonst schreibt die Zeitung Die Welt „Las Vegas war gestern…“ Tatsächlich gibt es in Macao schon 34 Casinos und es werden immer mehr.

Macao lebt vom Glückspiel
Das Glückspiel ist in Macao schon seit 1847 erlaubt. Der Glückspielboom begann in Macao allerdings erst im Jahr 1962 mit der Erlaubnis, die ersten Casinos zu eröffnen. Bei der Entscheidung, das Glückspiel zu legalisieren, ging eigentlich darum der wirtschaftlich viel stärkeren britischen Kolonie Hongkong Paroli bieten zu können. Dies ist den Einwohnern Macaos gründlich gelungen, denn sie ziehen den zahlreichen Touristen aus Hongkong gekonnt das Geld aus der Tasche. In Hongkong sind nur Pferdewetten erlaubt und so können die spielsüchtigen Hongkonger sich gründlich in Macao austoben. Die Fährverbindung zwischen beiden Städten dauert übriges nur ungefähr eine Stunde. Betuchte Touristen, denen die Fähren zu langsam sind, können sogar den regelmäßig zwischen beiden Städten fliegenden Hubschrauber nutzen.

Seit Macaos Anschluss an China geht es bergauf
Die portugiesische Kolonie Macao wurde 1999 an die Volksrepublik China übergeben und wird seither als chinesische Sonderverwaltungszone regiert. Das heißt, dass Macao weitgehend nach eigenen Gesetzen lebt und nur in puncto Weiterlesen

Veröffentlicht unter Glücksspielrecht | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Glücksspieloasen der Welt Teil 2, Monte Carlo und die Isle of Man

In Teil 1 des Artikels „Glücksspieloasen der Welt“ wurde über das am Ende Europas gelegene Gibraltar berichtet. Jetzt geht es mehr ins Zentrum des Kontinents: Es geht nach Monte Carlo!

Glücksspieloase Monte Carlo
Monte Carlo: Kaum ein anderer Name steht so für glamouröses Jet-Set-Leben, wie dieser Stadtteil des Zwergstaates Monaco. Männer in exklusiven Anzügen, die chice Sonnenbrillen tragen, elegant gekleidete Damen und Automobile, die so viel wie Einfamilienhäuser kosten. Das Klischee lebt und die Monegassen leben von diesem Klischee.

Monaco – Stadt der Steuerflüchtlinge
In Monaco leben Steuerflüchtlinge aus aller Welt. Und sie leben dort nicht schlecht. Allerdings sind die Wohnverhältnisse in dieser Sonderwelt für Reiche etwas beengt. Monaco ist sehr dicht bebaut und sieht aus der Ferne wie eine Plattenbausiedlung aus. Dies stört die meisten Einwohner nicht, denn sie sind vermutlich gar nicht zuhause. Viele der hier offiziell gemeldeten Personen unterhalten hier nur Alibiwohnungen. Gelebt und gearbeitet wir woanders. Wichtig an Monaco und dem „Quatier Monte Carlo“ ist vor allem, dass hier die Wohlhabenden unter sich sind und auch unter sich bleiben. Dafür sorgen schon restriktive Einwanderungsgesetze und die exorbitante Immobilienpreise.

Spielbank Monte Carlo
In Monaco boomt vor allem das Glückspiel. Die Spielbank Monte Carlo ist eine der berühmtesten Glücksspieloasen der Welt. Die Geschichte des legalen Glückspiels in Monte Carlo geht auf das Jahr 1856 zurück. Seit dem wird hier regelmäßig Weiterlesen

Veröffentlicht unter Glücksspielrecht, Mein Poker-Tagebuch, Poker Backstage | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Glücksspieloasen der Welt – Teil 1 Gibraltar

Das Glücksspiel, in Deutschland stiefmütterlich behandelt, im Ausland häufig als Geldquelle gehegt und gepflegt, hat in der Peripherie der großen Länder dieser Welt Hochkonjunktur. Strukturschwache Zwergstaaten verdienen sich durch das Ausrichten von Glücksspielen ein ordentliches Zubrot. Sehr zum Ärger der großen Nachbarn, die gerne mitverdienen würden, dies aber nicht dürfen: Aus moralischen und sozialpolitischen Gründen schränken sie auf ihrem Territorium das Glücksspiel stark ein. Monte Carlo und Gibraltar oder Städte in Übersee, wie zum Beispiel Macao in China, leben geradezu vom Glücksspiel. Diese interessanten Orte sind Grund genug für eine neue Artikelserie mit dem Titel „Glücksspieloasen der Welt“. Beginnen wir an mit einem Kandidaten, der für die meisten Menschen das Ende Europas markiert: Gibraltar!

Der Felsen auf dem das große Geld verdient wird
Gibraltar, die Halbinsel am südlichen Zipfel von Spanien, liegt quasi am Ende Europas. Sie ist vor allem für ihre Berberaffen bekannt. Aber hier lebten auch die letzten Neandertaler. Das britische Überseeterritorium Gibraltar ist auf Grund seines kuriosen Status und seines imposanten Felsens ein Magnet für Touristen aus aller Welt. Als multikulturelle Zone am Rande Europas ohne bedeutendes Territorium und ohne Bodenschätze, musste sich der karge Felsen zwischen Atlantik und Mittelmeer etwas einfallen lassen, um wirtschaftlich überleben zu können. Und das haben die Einwohner dieser „Halbkolonie“ dann auch sehr erfolgreich geschafft: Aus ihrem Weiterlesen

Veröffentlicht unter Glücksspielrecht, Mein Poker-Tagebuch, Poker Backstage | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Der Schleswig-holsteinische Glücksspielkrimi Teil 2

In dem Artikel „Der Schleswig-holsteinische Glücksspielkrimi“ Teil 1 wurde der „Sonderweg“ des nördlichsten deutschen Bundeslandes bei der Vergabe von Glücksspiellizenzen beschrieben. Durch diesen Sonderweg hatte sich die amtierende schleswig-holsteinische Landesregierung den Zorn der restlichen Bundesländer zugezogen und sich gleichzeitig eine enorm lukrative Einnahmequelle gesichert. Die Vergabe der Glücksspiellizenzen wurde dann zügig ab März 2012 durchgeführt.

Die unheilige Hast bei der Glückspielliberalisierung
Die hohe Geschwindigkeit bei der Vergabe der ersten Lizenzen erklärte sich aus der für Mai 2012 angesetzten Landtagswahl in Schleswig-Holstein. Die amtierende Landesregierung musste nämlich mit ihrer Abwahl rechnen und versuchte darauf hin die Vergabe von Glücksspiellizenzen im Schnellverfahren durchzusetzen. In rascher Folge wurden Lizenzen an private Anbieter vergeben.

Das Bundesland Schleswig-Holstein sahnt kräftig ab
Weiterlesen

Veröffentlicht unter Die Urteile, Glücksspielrecht, Mein Poker-Tagebuch | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Der Schleswig-holsteinische Glücksspielkrimi Teil 1

Die Ereignisse um den „Glückspielkrimi“ im hohen Norden Deutschlands beginnen mit der Entstehung des Glückspielstaatsvertrages. Der „Staatsvertrag zum Glücksspielwesen in Deutschland“ trat im Januar 2008 in Kraft. Die Einrichtung des Staatsvertrages war notwendig geworden nachdem das Bundesverfassungsgericht in einem Urteil vom 28. März 2006 die bisherige Glücksspielpraxis in Deutschland kritisiert hatte. Nach Auffassung des Gerichtes ist ein staatliches Sportwettenmonopol, wie es bisher in Deutschland existierte, nur dann moralisch vertretbar, wenn der Staat die Spielsucht auch wirklich bekämpft.

So hieß es in dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts: „Ein staatliches Monopol für Sportwetten ist mit dem Grundrecht der Berufsfreiheit des Art. 12 Abs. 1 GG nur vereinbar, wenn es konsequent am Ziel der Bekämpfung von Suchtgefahren ausgerichtet ist.“

Die Ziele des Glückspielstaatsvertrages
Um dieser Zielsetzung nachzukommen und eine allgemeinverbindliche Regelung des Glücksspielwesens in Deutschland zu schaffen, wurden im Glücksspielstaatsvertrag explizit folgende Ziele benannt:

„1. das Entstehen von Glücksspielsucht und Wettsucht zu verhindern und die Voraussetzungen für eine wirksame Suchtbekämpfung zu schaffen,

2. das Glücksspielangebot zu begrenzen und den natürlichen Spieltrieb der Bevölkerung in geordnete und überwachte Bahnen zu lenken, insbesondere ein Ausweichen auf nicht erlaubte Glücksspiele zu verhindern, Weiterlesen

Veröffentlicht unter Die Urteile, Glücksspielrecht, Mein Poker-Tagebuch, Poker Backstage | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Was ist eigentlich Poker, Teil 11 & Schleswig-Holstein Glücksspielgesetz

Um es gleich vorweg zu sagen, dies ist mein letzter Artikel zum Thema: „Was ist eigentlich Poker“? Seit Monaten stelle ich nun Material zu allen möglichen und unmöglichen Themen aus der Welt des Pokers zusammen und schreibe darüber Artikel. Aber langsam muss „Butter bei die Fische“ kommen. Ich will jetzt endlich anfangen Poker zu spielen. Ich will mich diesem verruchten und auf den ersten Blick undurchsichtigen Spiel stellen. Jetzt ist die Zeit für richtige Taten am Pokertisch gekommen. Denn ich gebe zu, dass es mich erwischt hat: das Pokerfieber! Dieses Fieber wird mich wohl eine Zeitlang nicht mehr loslassen. Begierig warte ich auf das erste Spiel mit Freunden. Es ist schon verabredet. Wir werden zwar nur um Spielgeld spielen und nicht um echtes Geld, aber immerhin: Wir werden spielen! Und zwar bald! Ich bin schon gespannt. Ob ich einmal um richtiges Geld spielen werde, entweder beim Online-Poker oder in einem Kasino, weiß ich noch nicht. Zu groß ist die Gefahr spielsüchtig zu werden. Aber damit sind wir schon bei einem sehr interessanten Thema: Die Spielsucht, die Moral und die Politik.

Der Glückspielkrimi von Schleswig-Holstein
Was sich dieser Tage in Schleswig-Holstein in puncto Glücksspiel abspielt, ist wirklich sagenhaft. Um die Ereignisse des Monate zu rekapitulieren: Das im Herbst 2011 noch von einer schwarz-gelben Koalition regierte Bundesland Schleswig-Holstein hatte sich bei den Verhandlungen der Bundesländer um einen neuen Glückspielstaatsvertrag ausgeklinkt und ein eigenes Glückspielgesetz auf den Weg gebracht. Ein neuer
Glückspielstaatsvertrag war notwendig geworden, weil der Europäische Gerichtshof im Jahr 2010 die bisherigen deutschen Regelungen zum Glücksspiel, und hier vor allem das Verbot privater Glücksspiele im Internet, für rechtswidrig erklärt hatte. Schleswig-Holstein schuf sein eigenes Glückspielgesetz und vergab Anfang 2012, an den anderen Bundesländern vorbei, eigene Glückspiellizenzen an private Anbieter von Glücksspielen. Der Skandal dabei: Das schleswig-holsteinische Glückspielgesetz Weiterlesen

Veröffentlicht unter Mein Poker-Tagebuch | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar