Ein ziemlich lustiges weil der Welt auch entrücktes Häuflein von Juristen ist der sog. “Düsseldorfer Kreis” der Datenschutzaufsichtsbehörden.
Der hat nun einen gemeinsamen Beschluss zum “Datenschutz in sozialen Netzwerken” veröffentlicht.
Unter anderem heißt es dort:
“In Deutschland ansässige Unternehmen, die durch das Einbinden von Social Plugins eines Netzwerkes auf sich aufmerksam machen wollen oder sich mit Fanpages in einem Netzwerk präsentieren, haben eine eigene Verantwortung hinsichtlich der Daten von Nutzerinnen und Nutzern ihres Angebots. Es müssen zuvor Erklärungen eingeholt werden, die eine Verarbeitung von Daten ihrer Nutzerinnen und Nutzer durch den Betreiber des sozialen Netzwerkes rechtfertigen können. Die Erklärungen sind nur dann rechtswirksam, wenn verlässliche Informationen über die dem Netzwerkbetreiber zur Verfügung gestellten Daten und den Zweck der Erhebung der Daten durch den Netzwerkbetreiber gegeben werden können.”
Das ist mal gelebte Realität.
Da weigern sich Facebook & Co. seit Jahren, den Datenschützern mal einen Pups davon zu sagen, was mit den Nutzerdaten passiert (was tatsächlich schändlich und typisch US-ignorant ist), aber statt sich weiter zu engagieren (dafür werden die vollversorgten Datenschützer schließlich bezahlt), lädt man die Last einmal mehr auf dem kleinen Webseitenbetreiber ab. Der soll Facebook jetzt abschalten und damit zum Bollwerk der Datenschützer werden. An sich ja okay, wenn es nicht gleich auch gegen die Webseitenbetreiber Ordnungsverfahren und Ordnungsgelder der dann plötzlich SEHR dienstbeflissenen Datentäter … ähm -schützer gäbe.
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Ich war kurzzeitig gespannt, wie die deutschen Datenschützer auf den Bericht der irischen Kollegen reagieren würden. Als dann die Antwort kam (http://goo.gl/eTMPI), war ich doch wenig überrascht. Die Iren haben natürlich das Meiste gar nicht geprüft, so die Meinung unserer weisen Datenschützer. Am deutschen Wesen muss wohl immer noch die Welt genesen.
@Dany, sehe das wie Du. Das Thema Datenschutz war in D ja auch so früh wie nirgendwo anders ein Thema. Passt zur typischen “German Angst”, wie mal ein Buch getitelt hat und ich erinnere mich noch gut an den Wahlspruch meines Profs, der mit beiden Beinen auf der Erde stand: “Datenschutz ist Täterschutz”. Daran ist auch heute noch was, wenngleich mir gerade durch Facebook die Bedeutung des Themas Datenschutz bewusster geworden ist. Nur DEUTLICH mehr Augenmaß und IT-Wissen wäre wünschenswert.