Was ist eigentlich Poker? Teil 5

Die gute Nachricht zuerst: Ab März 2012 – also ab sofort – ist Online-Poker in Schleswig-Holstein legal! Das kann man so in den Kieler-Nachrichten-online nachlesen. Wow, das ist klasse! Denn in allen anderen Bundesländern bleibt das Online-Poker bis auf weiteres illegal. Dies sind kein guten Aussichten für meine Poker-Karriere. Werde ich nun nach Schleswig-Holstein umziehen müssen? Ich hoffe es nicht!

Auch ohne Deutschland – die Welt spielt Online-Poker
Dennoch ist Online-Poker auf dem Vormarsch. Ich habe dazu etwas Interessantes in den Medien gefunden. Das Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“ hat in seiner Ausgabe Nr. 8 vom 18.02.2012 einen Artikel mit dem Titel „Universität des Zockens“ veröffentlicht. Es geht um eine Online-Pokerschule, die in Gibraltar beheimatet ist und die Spieler in aller Welt ausbildet. Jetzt habe ich es schwarz auf weiß: Pokern ist in und die Welt macht mit! Der Artikel bestätigt mich außerdem in meiner Auffassung, dass Poker wenig mit Glück zu tun hat. Poker ist vielmehr reine Strategie. Es ist eher mit Denkspielen, wie zum Beispiel Schach, vergleichbar. Das freut mich. Macht es mir doch Mut und wahrt mein Image als Intellektueller. Ich hätte mich auch wirklich nicht gerne als Glücksspieler bezeichnen lassen wollen.

Im Pokerraum
So, jetzt geht es los. Es wird gepokert. Das hoffe ich zumindest. Getreu dem amerikanischen Motto „If you’re going to talk the talk, you’ve got to walk the walk“ will ich meinen Ausführungen nun Taten folgen lassen. Immerhin habe ich mich endlos über das Thema Poker ausgelassen. Ich starte das auf meinen Rechner herunter geladene Pokerprogramm und setzte mich mit meinem Pokeranbieter in Verbindung. Nach dem Login befinde ich mich im Online-Pokerraum. Was ich nun sehe ist eine endlose Aufreihung von Pokerspielen, die gerade stattfinden. Die Spieler sitzen vermutlich überall auf der Welt.

Noch einmal die Schulbank drücken
Ich entscheide dafür, bei einem Texas Hold’em Spiel mitzumachen. Ich darf jetzt zwischen „Fixed Limit“, „No Limit“ und „Pot Limit“ wählen und entscheide mich für „Fixed Limit“. Aber halt! Bin ich denn schon wirklich fit genug für ein Spielchen? Werde ich den Anforderungen gewachsen sein? Bei mir kommen langsam Zweifel auf. Vielleicht blamiere ich mich bis auf die Knochen. Beim Zweifeln surfe ich die Poker-Website noch einmal durch und stoße dabei auf eine „Videotour“ durch die Online-Pokerräume meines Anbieters. Jetzt habe ich schon so viel über das Pokern geschrieben und weiß immer noch nicht so richtig wie es geht? Nun, eine kleine Nachschulung kann nicht schaden!

Auf Erkundungstour
Auf der Videotour schaue ich mir den „Spieltisch“ auf meinem Bildschirm an. Es ist eine grüne Fläche, auf der aufgedeckte Spielkartensymbole zu sehen sind. Um den Tisch herum sind 10 Kreise angeordnet, welche die Mitspieler symbolisieren. Spielen weniger als 10 Spieler mit, kann man in den Kreisen freie Plätze erkennen. Diese freien Plätze kann man anklicken und so in der Poker-Runde Platz nehmen und mitspielen. Wenn das Spiel begonnen hat, kann ich über die Felder „Raise“, „Fold“ und „Check/Call“ bei dem laufenden Spiel mitbieten oder aussteigen.

Chatten beim Pokern – muss das sein?
Die Videotour geht weiter. Lustig ist die auf dem Bildschirm auftauchende Chatbox. Hier kann ich mich mit anderen Spielern austauschen. Allerdings frage ich mich, wozu das gut sein soll. Ich bin ja gerade froh, dass ich beim Online-Poker nicht mein Gesicht zeigen muss. Online-Poker bedeutet ja vor allem, dass ein pseudocooles und wenig überzeugendes Poker-Face passé ist. Ich hätte mit meinem Antlitz sowieso niemanden hinter das Licht führen können. Vermutlich können richtige Pokerprofis in meinen Gesichtszügen lesen, wie in einem offenen Buch. Gut, dass es Online-Poker gibt. Und nun soll ich beim Chatten unbeabsichtigt etwas über mein Blatt verraten? Nein Danke! Also kein Chatten. Oder wie könnte man es schön formulieren: „Chatten ist Silber und Schweigen ist Gold“.

Ein Notizblock und der Ausgang
Eine weitere während der Videotour vorgestellte Funktion erlaubt es mir, Notizen über meine Mitspieler anzulegen. Das ist schon viel nützlicher. Allerdings ziehe ich einen realen Notizblock vor: Das ist einfach haptischer! Und: ein richtiger Notizblock kann von keinem Mitspieler „gehackt“ werden. Über verschiedene andere Reiter kann ich mir die Statistiken meiner bisherigen Spiele – welche ich ja bisher immer noch nicht vorweisen kann – und Informationen zum gegenwärtig stattfindenden Pokerspiel zukommen lassen. Wenn ich auf die Symbole für die Mitspieler klicke, kann ich auch Informationen über diese Spieler erhalten. So weit so gut. Wichtig für mich zu wissen ist, wo ich neue Chipkarten für mich kaufen kann: Dies geschieht über das Symbol „Chiptablett“ am oberen Bildschirmrand. Über das Feld „Exit“ rechts oben am Bildschirmrand kann ich das Spiel verlassen. Vermutlich ist dieses Feld für einen angehenden Poker-Spieler das Wichtigste. Die Videotour ist nun zu Ende. Wie ich hoffentlich rechtzeitig den Exit benutzen werde, um mich vor den ultimativen Anfechtungen des Pokers zu retten, davon mehr in Teil 6 meines Artikels „Was ist eigentlich Poker?“.

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Eine Antwort auf Was ist eigentlich Poker? Teil 5

  1. Georgy (1 comments) sagt:

    Cool, wusste gar nicht, dass das jetzt legal ist.
    Ich hab ne Zeitlang in Schle-Ho gewohnt, bin aber aus Wien und hab da mal mit paar Kumpels diskutiert, weil die nicht spielen konnten, und dann sind immer alle zu mir gekommen, damit’s mal mit meinem win2day account zocken können lol
    Bezüglich Chat-Funktion:
    Ich brauch die immer nur dann, wenn einer so ein riesen Schweineglück hat, dass ich nen Kommentar ablassen muss – aber ganz freundlich. Diese Schimpfheinis, die nicht verlieren können, mag ich gar nicht ^^

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