Was ist eigentlich Poker Teil 10

In meinem kürzlich geschriebenen Artikel „Was ist eigentlich Poker“ Teil 9 ging es um die Geschichte des Pokers. Jetzt, in Teil 10 meines Artikels, geht es um Geschichten rund um das Poker-Spiel: Hier werde ich jetzt einige Rekorde und Kuriositäten aus der Poker-Welt vorstellen.

Ein 8-jähriger Junge gewinnt und droht zu verlieren
Er hat es geschafft, der 8-Jährige indische Junge Aashish Nanak: Er hat 2010 beim Online-Poker gewonnen. Und zwar die enorme Summe von umgerechnet fünfhunderttausend US-Doller. Kein Wunder – gelten doch die Inder in puncto Mathematik und Software als eines der begabtesten Völker der Welt. Dass sich in diesem Land auch hervorragende Pokerspieler finden, versteht sich eigentlich von selbst. Hier ist also nun so ein kleines Genie aus dem noch einmal etwas Großes werden könnte. Und nun dies: Der Betreiber des Online-Casinos verweigert die Auszahlung des Gewinns. Die Begründung: Der Junge sei minderjährig! Es ist fast wie in dem berühmten Film „Slumdog Millionaire“: Dort gewinnt ein Junge aus einem Bombayer Slum während eines Fernseh-Quizes den höchsten Gewinn und wird umgehend unter dem Verdacht des Betruges von der Polizei verhaftet. Auch die Sache mit Aashish Nanak ist vor ein indisches Gericht gegangen. Der Ausgang des Verfahrens ist ungewiss. Wenn man bedenkt, dass der Kleine mit dem Geld seine gesamte Familie über Wasser halten könnte, kann man sich über die Argumentation des Pokerbetreibers nur wundern. Hoffentlich kann der Junge dennoch seinen wohlverdienten Preis bald entgegennehmen.

Die größte jemals gewonnene Pokersumme
Unbestritten ist jedoch der Gewinn des iranischstämmigen Amerikaners Antonio Esfandiari. Er gewann bei einem Poker-Turnier die Summe von circa 18 Millionen US-Dollar. Das Spiel fand im Juni 2012 im amerikanischen Las Vegas statt. Esfandiari wird nicht umsonst als „The Magician“ bezeichnet. Den Gewinn hat er sich jedenfalls ordentlich herbeigezaubert.

Das längste Pokerturnier aller Zeiten
In den USA fand 2011 das längste Pokerturnier aller Zeiten statt: Das so genannte „Delaware Park Iron Man Challenge“. Insgesamt wurde 32 Stunden lang gepokert. Der Gewinn des Siegers fiel allerdings deutlich geringer aus als bei Esfandirari: Die höchste Gewinnsumme betrug circa 43.000 US-Dollar und wurde von dem Spieler Hieu Tran gewonnen.

Schildbürger-Justiz in Kanada
Das Pokerspiel hat aber auch weniger erbauliche Seiten. Diese haben dann meistens mit der Justiz zu tun. Das musste der junge Rechtsanwalt Steven A. Cohen aus Kanada zur Kenntnis nehmen. Dieser war aus Mangel an beruflicher Perspektive aus seiner Anwaltskanzlei ausgeschieden und hatte sich dem professionellen Pokerspiel zugewandt. Allerdings war er kein erfolgreicher Pokerspieler, so dass seine Verluste bald größer als seine Gewinne waren. Als er dann seine Verluste von der Steuer absetzen wollte, wurde ihm dies von der kanadischen Justiz verweigert. In dem Fall „Cohen versus Canada“ wurde entschieden, dass der Spieler trotz seines hohen Pokereinsatzes und seiner Absicht vom Pokerspiel zu leben, es also als Geschäft betreiben zu wollen, jegliche Professionalität gefehlt habe. Daher sei der Verlust nicht als geschäftlicher Verlust zu werten und daher auch nicht von der Steuer absetzbar. Nun ja, dieses tolle Urteil könnte auch von den berühmt berüchtigten „Schildbürgern“ in „Schilda“ gefällt worden sein, dort, wo man beim Häuserbauen auch schon einmal die Fenster vergisst.

Literatur zum Thema Poker
Wem die Poker-Realität nicht reicht und wer auch erfundene Geschichten zum Thema Poker mag, sollte das Buch „Die Welt geht All-In: Fantastische Pokergeschichten“ des Autors Gregor Mann lesen. In dem Buch finden sich 7 Kurzgeschichten zum Thema Poker, die das Thema Poker in nicht alltäglicher Weise angehen.

Sehr interessant ist auch das Buch „Poker – das ultimative Buch: Geschichte und Geschichten – Regeln und Tricks – Spielstrategien – Turniere und Preisgelder – Pokern im Internet – Casinos und Champions – Berühmte Filmszenen“ von François Montmirel.

Als dritte Buchempfehlung möchte ich hier das Buch „All in! Eine unterhaltsame Poker Geschichte mit Strategie zwischen den Zeilen“ vorstellen. Der Autor Stefan Dressler hat hier eine lustige Geschichte über zwei Brüder verfasst, die passionierte Pokerspieler sind.

Das Thema des 11-ten Teils meines Artikels „Was ist eigentlich Poker“ bleibt noch geheim. Sicher ist nur, dass der Artikel noch vor dem Ende der Sommerpause erscheint. Ich wünsche allen Lesern schon einmal schöne und erholsame Ferien. Vielleicht kann man ja mal am Strand ein kleines Pokerturnier starten. Das wäre sicherlich mal etwas Neues – also ran an die Karten.

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