Poker um “in der Regel” vs. “ca.”

Da hat sich das OLG Frankfurt in seinem Beschluss vom 27.07.2011 – Az.: 6 W 55/1 wieder mit einem alten Bekannten auseinandergesetzt und bestätigt, was vorher schon von anderen Gerichten so gesehen wurde. Trotzdem will mir das nicht einleuchten.

Es geht darum, wann eine AGB-Formulierung, mit denen ein Händler zum Ausdruck bringen will, dass er keinen exakten Liefertermin nennen kann, unzulässig ist (in der Juristensprache “nicht hinreichend bestimmt und für den Kunden in unangemessener Weise benachteiligend”).

Die Gerichte urteilen dazu einheitlich, dass die Formulierung “Lieferung erfolgt in der Regel innerhalb von 2 Werktagen nach Zahlungseingang” unzulässig ist, während eine Formulierung “Lieferung erfolgt ca. innerhalb von 2 Werktagen nach Zahlungseingang” nicht zu beanstanden sein soll.

Überzeugt mich nicht. Wirkt auf mich eher beliebig (wie im übrigen einige der AGB-Rechtsprechungen).

Wie seht Ihr das?

 

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Pizzaservice-Portal braucht Banken-Lizenz

Das nenne ich mal ein revolutionäres Urteil. Da sagt das LG Köln (Urteil v. 29.09.2011, Az. 81 O 91/11) in seiner rheinischen Frohnatur in zwei knappen Sätzen, dass Portale, die Bestellungen vermitteln (und damit natürlich auch Geld einnehmen und abzgl. Provisionen verteilen), wie Banken zu behandeln sind!

Hallo? Diese Form der Absatzvermittlung ist so alt wie der Handel an sich und noch niemand ist auf die abenteuerliche Idee gekommen, die Absatzmittler als Banken zu betrachten!

Hier mal die zwei revoluzzer-Sätze der rheinischen Robenträger (zu Risiken und Nebenwirkungen …): Weiterlesen

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BGH: Verbot von Sportwetten, Poker und anderen Glücksspielen im Internet ist wirksam

Mit Urteil vom 28. September 2011, hat der BGH (Az. I ZR 92/09) entschieden, dass das Verbot des Veranstaltens und Vermittelns öffentlicher Glücksspiele im Internet nach § 4 Abs. 4 des Glücksspielstaatsvertrags vom 1. Januar 2008 (GlüStV) wirksam ist.

Bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen das Urteil auf die anstehende Änderung des Glücksspielstaatsvertrags hat, denn das Urteil des BGH betrifft den Ende dieses Jahres auslaufenden Glücksspielstaatsvertrag. Ab 2012 gilt neues Recht. Aber welches?

Die Pressemitteilung des BGH zum Urteil findet Ihr hier Das Urteil selbst lag noch nicht online vor.

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VGH Mannheim setzt Vollstreckung von Untersagungsverfügungen gegen private Sportwetten-Anbieter aus

Der Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg (VGH) hat die Vollstreckung von Untersagungsverfügungen gegen private Sportwetten-Anbieter ausgesetzt, weil die “Rechtmäßigkeit des staatlichen Sportwettenmonopols derzeit offen” ist.

Das Gericht weiter: “Zwar habe das Land Baden- Württemberg nach Mitteilung des Antragsgegners mittlerweile vorsorglich ein Gesetzgebungsverfahren eingeleitet, das die Fortgeltung des Glücksspielstaatsvertrags über den 31.12.2011 hinaus zum Gegenstand habe. Nach dem derzeitigem noch im Entwurfsstadium vorliegenden neuen Glücksspielstaatsvertrag vom April 2011 solle das staatliche Sportwettenmonopol jedoch für sieben Jahre nicht angewandt werden und im Rahmen einer Experimentierklausel ein Konzessionssystem eingeführt werden. Ob es letztlich zum Abschluss dieses Staatsvertrages kommt, lasse sich derzeit noch nicht abschätzen.”

Der Beschluss ist unanfechtbar

VGH Mannheim, Beschluss vom 31.08.2011, Az.: 6 S 1695/11

 

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“Geschäftsführer gesucht” kostet diskriminierende 13.000,00€

Gleich vorweg: Dieses lebensfremde Urteil haben die Pokerspieler in Robe nur teilweise zu verantworten. Weitere Mitspieler am Pokertisch sind ein von Alle-Gleich-Romantik getriebener (EU)Gesetzgeber und jemand, der tatsächlich der Idee verfällt, so eine Klage zu erheben.

Der Fall in Kürze: Ein Unternehmen sucht per Stellenanzeige einen „Geschäftsführer“ und muss dafür einer Rechtsanwältin, die den Job nicht bekommen hat, 13.000,00€ Schadensersatz zahlen.

Möglich? Scheinbar ja.
Warum?

Weil es so was tolles wie das „AGG“ gibt, weil es Menschen gibt, die so einen Fehlgriff zu ihrem Vorteil ausnutzen und weil es Richter (Richterinnen) gibt, die dann noch zu spektakulären Auslegungen dieses AGG kommen

Der Reihe nach: Weiterlesen

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Hartplatzhelden.de .::. Kein Fairplay bei deutschen Gerichten

Ich lese gerade in brand eins die Story von Oliver Fritsch, dem Mitbegründer von hartplatzhelden.de. Er hat im Kampf gegen die Verbandsmafia zwei Instanzen und beinahe seine Existenz verloren. Alles weil mal wieder graue Wölfe und Pokerspieler in Robe einen ekeligen Brei des Zusammenhalts anrührten. Das alte Glücksspielkartell mal wieder.

Zwei Instanzen musste er mit hartplatzhelden.de verlieren, bevor der Vorsitzende Richter Weiterlesen

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